“Die zweite Revolution in der Autoindustrie” von James P. Wormack, Daniel T. Jones und Daniel Roos

Von Ralf Keuper

Bis in die 1990er Jahre dominierte in der Automobilindustrie die Fließbandproduktion, wie sie von Henry Ford Jahrzehnte zuvor eingeführt wurde. Durch die wachsende Verflechtung mit den diversen Zulieferern und die gegenseitige Abhängigkeit stieß diese häufig auch als Taylorismus (Scientific Management) bezeichnete Organisationsform an ihre Grenzen. Termine konnte nur noch mit hohem Aufwand eingehalten werden, die Koordination der verschiedenen am Produktionsprozess beteiligten Unternehmen war kaum noch zu bewältigen, die Qualität der Enderzeugnisse, der Autos ließ häufig sehr zu wünschen übrigen. Nicht selten musste man feststellen, am Bedarf vorbei produziert und die Kosten unterschätzt zu haben. Hätte man schon in der Frühphase die verschiedenen Abteilungen und Partner zusammengeholt, wären viele Probleme erst gar nicht entstanden. Während in den USA und Europa an dem überholten Modell der Massenproduktion festgehalten wurde, ging man bei Toyota in Japan unter dem leitenden Produktionsingenieur Taiichi Ohno dazu über, die Produktion flexibler und damit schlanker zu gestalten.

In ihrem Buch Die zweite Revolution in der Autoindustrie beschreiben James P. Wormack, Daniel T. Jones und Daniel Roos die Evolution in der Automobilindustrie, die bereits in den 1940er Jahren bei Toyota ihren Anfang nahm und seitdem unter dem Schlagwort Schlanke Produktion bekannt ist.

Um eine höhere Variantenbreite bei größerer Effizienz als mit der klassischen Fließbandproduktion zu erreichen, setzte Ono beim Werkzeugwechsel an:

Er hatte die Idee, einfache Methoden des Werkzeugwechsels zu entwickeln, die Werkzeuge häufig zu wechseln – alle zwei bis drei Stunden statt zwei bis drei Monate -, für das Ein- und Ausfahren der Werkzeuge Rollen zu verwenden und einfache Ausrichtmechanismen zu entwickeln. Da diese Methode einfach zu beherrschen war und die Produktionsarbeiter während des Formenwechsels untätig waren, kam Ohno der Einfall, diese die Werkzeugwechsel selbst vornehmen zu lassen. .. Ende der 1950er Jahre hatte er die benötigte Zeit von einem Tag auf erstaunliche drei Minuten reduziert und den Bedarf an speziellen Werkzeugeinrichtern beseitigt. Unterdessen machte er eine unerwartete Entdeckung – die Stückkosten waren bei kleineren Losgrößen niedriger als bei sehr großen.

Für dieses Phänomen gab es zwei Gründe: Die Produktion in kleinen Losen beseitigte d…

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