Was EconLittera bietet – und was nicht
EconLittera ist kein weiterer Wirtschaftsnews-Feed. Sie finden hier keine Quartalszahlen-Kommentare, keine „Top 10 Leadership-Tipps“, keine unkritische Wiedergabe von Unternehmens-PR.
Stattdessen erhalten Sie:
Kritische Literaturanalyse: Systematische Aufbereitung wirtschaftswissenschaftlicher und managementtheoretischer Werke – von Klassikern (Drucker, Chandler, Simon) bis zu aktuellen Publikationen. Mit Fokus auf Konzepte, die helfen, heutige Unternehmens- und Wirtschaftsprobleme zu verstehen.
Theoretisch fundierte Unternehmensanalyse: Nicht „Was macht Unternehmen X falsch?“, sondern „Warum scheitern Unternehmen mit dieser Struktur systematisch?“. Anwendung von Systemtheorie (Luhmann), Organisationsökonomik und Managementgeschichte auf aktuelle Fälle.
Mustererkennung statt Einzelfallbetrachtung: Warum folgen deutsche Digitalisierungsprojekte (Gaia-X, Catena-X, EUDI-Wallet) ähnlichen Fehlermustern? Warum zeigen Maschinenbauer (Trumpf, Voith, DMG Mori) vergleichbare Transformationsprobleme? EconLittera macht strukturelle Zusammenhänge sichtbar.
Historische Kontextualisierung: Aktuelle Phänomene werden in längere Entwicklungslinien eingeordnet. Die deutsche Plattform-Misere von heute hat Vorläufer in den 1990ern und 2000ern. Wer die Geschichte kennt, sieht Wiederholungen früher.
Unabhängige Perspektive: Keine Unternehmens-PR, keine Verbandspositionen, keine Beratungs-Agenda. Analyse folgt der Evidenz, nicht der Opportunität.
Für wen ist EconLittera relevant?
Wirtschaftsjournalist:innen: Sie erhalten analytische Werkzeuge, um hinter PR-Narrative zu blicken. Das „PR-Scheren“-Konzept etwa hilft, überkommunizierende, aber substanzarme Unternehmen zu identifizieren.
Unternehmensberater:innen und Strateg:innen: Sie finden theoretische Rahmen für wiederkehrende Probleme ihrer Klienten. Warum scheitern Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und Startups? Warum können Ingenieursunternehmen keine Software-Geschäftsmodelle aufbauen?
Führungskräfte in etablierten Unternehmen: Sie erkennen Frühwarnsignale für strukturelle Probleme in der eigenen Organisation. Welche Indikatoren zeigen, dass „digitale Transformation“ zur Phrase verkommt?
Wissenschaftler:innen: Sie verfolgen, wie theoretische Konzepte (Systemtheorie, Institutionenökonomik, Organisationssoziologie) auf reale Unternehmensfälle anwendbar sind.
Politisch Interessierte: Sie verstehen, warum bestimmte Wirtschaftspolitiken (Technologie-Souveränität, Industriepolitik, Digitalisierungsförderung) systematisch scheitern oder gelingen.
Was macht EconLittera anders?
1. Theoretische Ernsthaftigkeit: Wirtschaft wird nicht als Anekdotensammlung behandelt, sondern mit sozialwissenschaftlichen Konzepten analysiert. Luhmann, Drucker, March/Simon sind keine Zitatsteinbrüche, sondern analytische Werkzeuge.
2. Kritische Distanz: EconLittera nimmt nicht teil am Hype-Zyklus (AI wird alles verändern! Blockchain revolutioniert alles!), sondern analysiert nüchtern, was funktioniert und was nicht – und vor allem: warum.
3. Deutsche Wirtschaft als Forschungsgegenstand: Besondere Aufmerksamkeit für deutsche Unternehmen, deutsche Wirtschaftspolitik, deutsche Digitaliserungsprobleme – mit komparativer Perspektive (Warum gelingt Skandinaviern, was Deutschen misslingt?).
4. Langfristiger Fokus: Während News-Medien dem nächsten Hype folgen, dokumentiert EconLittera, wie aus großen Ankündigungen stille Beerdigungen werden – und was daraus strukturell folgt.
Was Sie konkret erwarten können
- Regelmäßige Analysen zu wirtschaftswissenschaftlicher Literatur, Managementkonzepten und aktuellen Unternehmensentwicklungen
- Konzeptuelle Werkzeuge, die Sie in Ihrer eigenen Arbeit anwenden können (PR-Scheren-Analyse, Archipelisches vs. Kontinentaldenken, Situativer Denkstil etc.)
- Fallstudien, die zeigen, wie theoretische Konzepte praktisch funktionieren
- Historische Einordnungen, die helfen, heutige Entwicklungen als Teil längerer Muster zu verstehen
- Quellenangaben und Literaturhinweise für vertiefende Lektüre
Was Sie nicht erwarten sollten
- Quartalsweise wechselnde „Top-Trends“
- Unkritische Unternehmensporträts
- Simple „Best Practices“ und „Lessons Learned“
- Modisches Buzzword-Bingo
- Technologie-Determinismus („KI wird alles ändern!“)
gez. Dipl. Kfm. Ralf Keuper
