“Die nachindustrielle Gesellschaft ” von Daniel Bell

Von Ralf Keuper

Das mittlerweile schon zu den Klassikern zählende Werk aus dem Jahre 1973 des ehemaligen Professors für Soziologie der Harvard-University, Daniel Bell, setzt sich mit Frage der Zukunft der industriellen Staaten angesichts der wachsenden Verbreitung der Technologie sowie des theoretischen Wissens auseinander.

Seine Analyse liefert dabei weniger Prognosen, als vielmehr Einblicke in die Mechanismen der von ihm so bezeichneten “nachindustriellen Gesellschaft”, deren Auswirkungen in unseren Tagen immer deutlicher zum Vorschein kommen.

Was Bell unter der nachindustriellen Gesellschaft versteht, formuliert er wie folgt:

Die These dieses Buches lautet, dass wir in den nächsten dreißig bis fünfzig Jahren das Aufkommen der >postindustriellen Gesellschaft< erleben werden. Darunter verstehe ich in erster Linie einen Wandel der Sozialstruktur, der sich allerdings in den einzelnen Gesellschaften je nach den politischen und kulturellen Konstellationen unterschiedlich auswirken wird. Doch als Gesellschaftsform wird sie im 21. Jahrhundert die Sozialstruktur der USA ebenso wie die Japans, der Sowjetunion und Westeuropas prägen. Der Begriff der postindustriellen Gesellschaft als solcher ist ein abstrakter Begriff.

In seiner Analyse unterteilt Bell die wirtschaftliche Entwicklung in die Phasen vorindustriell (natürliche Kraft, Handwerkliches Können, Gewinnung von Naturprodukten), industriell (erzeugte Energie, Kapital, Farbrikation) sowie nachindustriell (Information, theoretisches Wissen, Verarbeitung/Recycling).

Trei…

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