Standorttheorie 2.0: Digitalisierung beansprucht viel “Raum”

Von Ralf Keuper

Wenn man die diversen Beiträge liest, in denen die Vorzüge der fortschreitenden Digitalisierung beschrieben werden, dann kann hin und wieder der Eindruck entstehen, die Digitalisierung spiele sich ausschließlich in virtuellen Welten ab, habe also keinen großen Einfluss auf die Flächennutzung. Das Gegenteil ist richtig.

Beispielhaft dafür sind die Kryptowährungen sowie die riesigen Batteriefabriken, die für die Herstellung von Autos mit Elektroantrieb nötig sind. Ganz abgesehen von Smartphones und den digitalen Medien. Deren Energie- und Rohstoffverbrauch ist enorm und unterscheidet sich keinesfalls von dem der “alten” Industrien.

Kryptowährungen sind auf die Tätigkeit der sog. Miner angewiesen. Diese investieren große Summen in den Bau und den Betrieb sog. Mining-Farmen. Insbesondere in China sind in den letzten Jahren große Mining-Farmen entstanden. Schätzungen gehen davon aus, dass die chinesischen Miner bis zu 60 Prozent der Mining-Kapaizitäten von Bitcoin auf sich vereinigen, was sich diametral zur Bitcoin-Philosophie verhält, wonach kein einzelner Akteur eine dominierende Stellung haben darf.