“Die Amerikanisierungsfalle – Kulturkampf in deuschen Unternehmen” von Ulrike Reisach

Von Ralf Keuper

Die Autorin Ulrike Reisach, hauptberuflich als Direktorin in der Strategieabteilung eines deutschen Großunternehmens tätig, stellt in ihrem Buch die amerikanische Art des Managements der deutschen, eher an Gründlichkeit und Ausgewogenheit orientieren Auffassung erfolgreicher Unternehmensführung gegenüber. Anders, als es der Titel vielleicht vermuten lässt, ist das Buch nicht in einem polemischen Stil verfasst, noch versäumt es die Autorin, auch die Vorteile der Amerikanisierung hervorzuheben.

So besteht für sie das Erfolgsprinzip amerikanischer Konzerne und ihrer Belegschaften in einer hohen Begeisterungsfähigkeit allem Neuen gegenüber, auch wenn damit schwerwiegende Auswirkungen auf das Privatleben verbunden sind, z.B. mehrfache Orts- und Arbeitgeberwechsel. Daraus lässt sich in weiten Teilen auch die Dynamik erklären, von der nahezu alle Lebensbereiche in den USA geprägt sind. Eine, wenn nicht die, treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sind die unzähligen Investmentgesellschaften, welche, insbesondere in der Zeit vor der aktuellen Finanzkrise, dank grosser finanzieller Mittel auch vor der Zerlegung von Großkonzernen keinen Halt machten, entsprechende Renditeaussichten vorausgesetzt. Ob die mit großen Versprechen verkündeten Übernahmen mit anschließender (Dauer-) Reorganisation wirklich immer dazu geführt haben, verborgene Schätze zu heben und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern, darf bezweifelt werden. Nicht zu Unrecht wirft die Autorin die Frage auf, ob die Betrachtung von Unternehmen nach …

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