Ausverkauf der Hidden Champions? Wie und warum chinesische Investoren deutsche Weltmarktführer übernehmen

Der Aufkauf des Betonpumpenherstellers Putzmeister aus Aichtal im Januar diesen Jahres (2013) durch das chinesische Unternehmen Sany aber auch weitere länger zurückliegende Übernahmen deutscher Marken wie Goldpfeil oder Junghans, oder aber auch Unternehmensbeteiligungen wie beispielswiese an der Drogeriekette Rossmann (40%), haben in den letzten Monaten dazu geführt, dass eine Diskussion um das Thema Investitionen in Deutschland durch Chinesische Investoren entbrannt ist. Diese Diskussion wird ebenfalls innerhalb der Gewerkschaften geführt.

Fast täglich findet man in der Presse neue Artikel zu diesem Thema. Dabei reicht die Palette von absoluten Befürwortern dieser Unternehmensübernahmen bis hin zu Kritikern die gar eine gezielte Politik der Chinesischen Regierung hinter den Aufkäufen vermutet.

Jüngst hat die Bundesregierung nochmals bestätigt, dass Chinesische Investoren in Deutschland willkommen sind. Zu einem der größten Befürworter zählt Wirtschaftsminister Rösler, der erneut für Direktinvestitionen aus China warb: „Wir wollen mit dem Vorurteil aufräumen, dass diese Direktinvestitionen womöglich schädlich wären.“ (Bartsch/Kolodziejczyk 2012).

Andererseits gibt es jedoch auch Stimmen, die vor einer überzogenen Euphorie warnen. Wo chinesische Unternehmen in Europa durchaus an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen können, kämpfen deutsche Unternehmen, die in China investieren wollen, mit Handelsbarrieren, Produktpiraterie, mangelhaften Zugang zu öffentlichen Aufträgen in China etc. Aktuellstes Beispiel ist das Joint Venture zwischen VW und der chinesischen FAW. FAW kopierte illegal Konstruktionspläne ohne eine Lizenz. Bis dato hatten chinesische Partner lediglich Designs der Wagen nachgeahmt (Schneider, 2012). Außerdem kann kein internationaler Autobauer in China selbstständig Fahrzeuge bauen. Vielmehr werden Konzerne dazu gezwungen mit chinesischen Partnern zusammenzugehen, die dann an dem Joint Venture die Mehrheit halten müssen. Nach einem Beitrag von Germany Trade and Invest führt der Druck chinesischer Stellen sogar im schlimmsten Fall somit dazu, dass ein „unfreiwilliger“ Technologietransfer stattfindet. Rechtliche Vorgaben und Druck auf ausländische Unternehmen durch die chinesische Regierung haben dann zum Ergebnis, dass Unternehmen Technologien offenlegen müssen und an chinesische Wirtschaftsakteure übertragen werden sollen (Germany Trade and Invest, 2011).

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