“Das digitale Debakel. Warum das Internet gescheitert ist – und wie wir es retten können” von Andrew Keen

Von Ralf Keuper

Das Internet hat die Hoffnungen vieler nach mehr Teilhabe und Demokratie enttäuscht. Statt zu weniger hat es zu mehr Machtkonzentrationen geführt. Im Vergleich zu Google, Amazon, facebook oder Apple erscheinen die Trusts der Vergangenheit, wie Standard Oil, General Motors oder AT&T wie kleine Klitschen. Zu den Desillusionierten gehört auch Andrew Keen, der in der Vergangenheit selber als erfolgreicher Internet-Unternehmer tätig war. In seinem Buch Das digitale Debakel. Warum das Internet gescheitert ist – und wie wir es retten können diagnostiziert er nüchtern:

.. die nicht hierarchische Technologie bringt nicht unbedingt nicht hierarchische Wirtschaftsformen hervor, und die kooperative Natur der Technologie hinterlässt keine Spuren in der Ökonomie. Im Gegenteil, mit dem WWW geht ein neuer Kapitalismus einher, und der ist alles, nur keine kooperative Unternehmung.

Ein neues Phänomen ist in den letzten Jahren entstanden: Die Plattformökonomie. Unternehmen wie Amazon und Apple haben um sich herum ein Netz aus Abhängigkeiten geschaffen. Offenheit und Transparenz üben Google & Co. fast ausschließlich in Form Offener Schnittstellen (Open APIs) mittels derer andere Unternehmen, Kunden und Entwickler mit den Unternehmen kommunizieren können. Zur eigentlichen Schalt- und Machtzentrale haben Externe keinen Zutritt. Das führt Keen zu der Frage:

Wie konnte ein Netzwerk, das von der Anlage her keinen Mittelpunkt, keine Hierarchie und keine zentrale Schnittstelle hat, eine derart hierarchische, monopolisierte und von einer neuen Oligarch…

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