Unternehmenskultur der Startups: Tiefe Kratzer im Lack

Von Ralf Keuper

Eigentlich treten die Startups mit dem Anspruch an, Vorboten der neuen Arbeitswelt, der New Business Order zu sein. Sollte das der Fall sein, besteht Grund zur Sorge. Denn, wie Gründerszene in Umfrage: Mehr sexuelle Belästigung in Startups als anderen Unternehmen vor einigen Wochen berichtete, ist auch hier längst nicht alles Gold, was glänzt.

Dabei ist der Anteil der Frauen in Startups ohnehin – im Vergleich zur ansonsten geschmähten Old Economy – erstaunlich gering, wie in So erschreckend frauenfrei ist die Deutsche Start-up-Szene berichtet wird:

Während die großen Konzerne sich auch unter politischem Druck mehr denn je bemühen, Frauen zu Chefs, Managern und Vorständen zu machen, ist auch die deutsche Start-up-Szene noch erschreckend frauenfrei. Zahlen des Deutschen Start-up Monitors besagen, dass nur 14 Prozent junger Firmen von Frauen gegründet werden.

Dass die Umgangsformen in Startups hin und wieder etwas – sagen wir mal – laxer sind, ist nicht neu. Vor einigen Jahren sorgte der Gründer und damalige Chef des Fintech-Startups Kreditech für Aufsehen, worüber seinerzeit in Managementschwund und rauer Umgangston bei Kreditech berichtet wurde. Das Unternehmen dagegen sah das als Ausdruck seiner außergewöhnlichen Unternehmenskultur und stellte ein entsprechendes Video mit dem Titel Are you f****ing kidding me! online: (Update 17.10.2017. Das Video steht inzwischen nicht mehr zur Verfügung).

Die FAZ widmete sich diesem bislang in der Öffentlichkeit wenig beachteten Phänomen in Silicon Sexismus: „Kultur der Geringschätzung“.

Bereits im Jahr 2014 schrieb Spiegel Online: Das Silicon Valley hat ein Sexismusproblem

Weitere Medienbeiträge zu dem Thema:

Andere:

Start-ups:Wir sind eine Familie? Bullshit!

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