“Um die Zukunft der Industrie – Erkenntnisse und Forderungen eines führenden Wirtschaftlers” von C.H. Greenewalt

Klappentext:
Crawford H. Greenewalt, Präsident der E.I. du Pont Company, eines der größten Chemiekonzerne der Welt, .. , setzt sich in dieser Schrift mit den zentralen Fragen auseinander, die jeden Betriebsführer in der Industrie, jeden Wirtschaftspolitiker, ja jeden Angestellten, der sich über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Gedanken macht, unmittelbar angehen.
Sein Hauptanliegen ist es, klischeehaften Vorstellungen von den Auswirkungen des Wachstums der Industrie auf jeden einzelnen ihrer Mitarbeiter an den Erfahrungen der Praxis zu überprüfen. Es zeigt uns, die Organisation des Wirtschaftsunternehmens in neuer Sicht und auch die Chance, die der angeblich zur Konformität verdammte Arbeiter und Angestellte in ihr hat. Er schildert die Aufgaben der Führungskräfte, zeichnet das Bild des Geschäftsmanns von einst und jetzt und untersucht die Möglichkeiten zur Schaffung eines fruchtbaren Leistungsklimas in den Unternehmen, wobei er die Fragen von Anreiz und Lohn mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt. ..
Es ist eine Schrift, die Denken und Planen eines der hervorragendsten Wirtschaftsführers dokumentiert, die uns aber besonders auch deshalb wichtig und lesenswert erscheint, weil sie für den Politiker wie den Wissenschaftler aus einer reiche praktischen Erfahrung geschöpfte Anregungen bringt, die zu kennen und zu beachten lohnt. (Erste Auflage 1960)

Auszüge:

Der Geschäftsmann ist das Produkt und der Lenker des Systems, in dem die meisten Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen. Durch ihn gelangt die Öffentlichkeit in den Nutzen unseres technischen Fortschritts, und die Organisation, durch die er wirkt, sollte daher auch zum gültigen und bezeichnenden Muster unserer Gesellschaft geworden sein.  …

Viele große Unternehmen stehen heute in einem verhältnismäßig frühen Stadium ihrer Entwicklung und sind als Organisationen noch immer, wie es Emerson ausdrückte, der verlängerte Arm eines Menschen. Du Pont dagegen hat zehn Präsidenten gehabt, und sein Gründer ist mehr als hundert Jahre tot, sein Schatten ist also nicht der eines Menschen, sondern vieler Menschen, ebenso wie die Geschichte nicht die Geschichte einer Generation oder eines Zeitabschnitts ist, sondern fast bis in die Anfänge der USA als Nation zurückreicht. Eine einzelne Saison, ein bestimmtes einzelnes Jahr, ein einzelner befähigter Mensch formen ein ganz anderes Firmenbild, das für unsere Erörterung längst nicht so erheblich ist wie die Synthese vieler Konjunkturen, vieler Jahre und einer langen Reihe von Persönlichkeiten.

Deshalb liegt der Wert von Du Pont als Musterbeispiel für jede Untersuchung von Organisationen im heutigen Amerika  nicht in seinen Persönlichkeiten, sondern in seinen Prinzipien und besonders in dem Beweis, dass er für die menschliche Tätigkeit entscheidend wichtig ist.
Wir haben es hier mit einer Organisation zu tun, die jahrelang ein Heer von Menschen anwerben und für sich arbeiten lassen konnte, die nach den üblichen Erfolgsmaßstäben Überdurchnittliches geleistet haben. Es besteht kein Grund zu der Annahme, die Firma Du Pont habe sich Mitarbeiter beschaffen können, die sich in ihren Fähigkeiten und ihrer Ausbildung stark von den anderen unterscheiden, die vielleicht in irgendeine andere Firma eintraten. Man darf den Begriff >menschlicher Rohstoff< auf die Dauer wohl als durchschnittlich bewerten, nicht besser und nicht schlechter als jede andere Gruppe von vergleichbarer Größe und Vielschichtigkeit.

Wenn aber das der Fall ist, dann muss irgend etwas in der Umgebung die Durchschnittsmenschen zu überdurchschnittlichen Leistungen angespornt haben, und das scheint mir das Allgemeingültige und Charakteristischste zu sein. Die Erklärung ist meines Erachtens weder geheimnisvoll, noch irgendwie einzigartig. Der Erfolg der Du Pont Company über eine so lange Zeitspanne ist größtenteils dem unerschütterlichen Bekenntnis zu zwei entscheidenden Leitsätzen zu verdanken:
Erstens der Erkenntnis, dass ein Unternehmen nur gedeiht, wenn jeder einzelne Mitarbeiter dazu gebracht werden kann, seine gesamten Fähigkeiten auf die ihm gemäße Art und Weise auszunutzen. Zweitens der Sorge für möglichst starke Arbeitsanreize, besonders durch die Koppelung des Wohlergehens des Einzelnen mit dem des Unternehmens”

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