East India Company – der erste multinationale Konzern?

Von Ralf Keuper

Über die East India Company des britischen Empire sind in den letzten Jahren viele Beiträge und Bücher erschienen. Insbesondere die Wirtschaftshistoriker haben hier ein vielversprechendes Studienobjekt gefunden. Eine Sammelrezension auf HSK vermittelt einen ersten Eindruck. Auf der Seite von HSK befinden sich noch weitere, wie immer lesenswerte, Rezensionen zu dem Thema.

Jetzt lässt sich die East India Company nicht direkt mit den heutigen multinationalen Konzernen vergleichen. Zu groß war die Abhängigkeit von der englischen Krone und der Marine. Was jedoch immer wieder mit einem guten Schuss Bewunderung erwähnt wird, ist der Umstand, dass die Verwaltung der East India Company ebenso effizient wie effektiv gewesen sein muss. Auch gibt es gute Gründe, in der East India Company einen Vorläufer der Netzwerkorganisation zu sehen. Formelle und informelle Beziehungen sorgten dafür, dass das politische, ökonomische und kulturelle Umfeld dem Unternehmen wohlgesonnen war oder man im entgegengesetzen Fall frühzeitig über sich anbahnende Konflikte, “Atmosphärische Störungen” informiert wurde und gezielte Gegenmaßnahmen einleiten könnte.

Besonderes militärisches und geschäftliches Geschick legte Robert Clive, der als Begründer der britischen Macht in Indien gilt, an den Tag.

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