Wir brauchen eine Theorie der Umwelt, die weniger organisationszentriert ist

Wir brauchen eine Theorie der Umwelt, die weniger organisationszentriert ist, eine Theorie, in der die Aktionen und Ereignisse in der Umwelt wenig mit dem zu tun haben, was die Organisation tut. Umwelthandlungen müssen in vielen Fällen vom Standpunkt der Beziehung zwischen Ereignissen, Handlungsträgern und Strukturen in der Umwelt verstanden werden und nicht als Reaktion auf das, was die Organisation tut. Folglich wird dieselbe organisatorische Handlung zu verschiedenen Zeiten verschiedene Reaktionen zur Folge haben, und verschiedene organisatorische Handlungen werden dieselben Reaktionen zur Folge haben. Die Welt des Absurden ist für unser Verständnis organisationaler Phänomene manchmal relevanter als die Vorstellung einer engen Verbindung zwischen Handlung und Reaktion. Die Unabhängigkeit von Reaktion und Aktion wird durch unsere Tendenz unterstrichen, feine Abstufungen in beiden zu erklären zu versuchen. Organisationen agieren in von der Umwelt gesetzten Grenzen. Bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen sie diese Grenzen verletzen, wird die Umwelt wahrscheinlich eindeutig reagieren. Die meiste Zeit ist allerdings der Verhaltensspielraum ziemlich klein; und innerhalb dieses Spielraums lässt sich nur ein geringer Teil der Variationen der Reaktionen den Variationen der Aktion zuschreiben. Insoweit wir Variationen im organisatorischen Verhalten in dem Spielraum erklären wollen, in dem wir es beobachten, werden wir eine Theorie brauchen, die lediglich die schwächere Verbindung zwischen Umweltreaktion und organisatorischer Entscheidung anerkennt.

Quelle: James March (Hrsg.): Organisation und Entscheidung.

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Hanomag – Aufstieg und Fall einer Legende

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Europas marginale Rolle in der Daten- und Plattformökonomie

Von Ralf Keuper

In der Vergangenheit bezog Europa seine Stärke aus seiner dezentralen Gliederung. Kein staatliches Gebilde, kein Königreich war so mächtig, das es allen anderen seinen Willen aufzwingen konnte. Das sorgte für Wettbewerb und Vielfalt [1]Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs. Dieser Befund gilt – wenngleich in stark abgeschwächter Form – auch für die heutige Zeit. Zwar vereint die EU eine beachtliche Machtfülle; in der Wirtschaft und in der Politik verfolgen die einzelnen Mitgliedsländer jedoch häufig einen eigenen Kurs. Die Entscheidungsfindung gestaltet sich daher entsprechend schwierig.

Europa in der Daten – und Plattformökonomie nur ein Randakteur

In der Daten- und Plattformökonomie gerät der dezentrale bzw. föderative Ansatz schnell an sein Limit. Nur Unternehmen in Ländern mit einem großen homogenen Heimatmarkt, wie die USA und China, erreichen quasi aus dem Stand die nötigen Netzwerkeffekte, um ihr Geschäftsmodell so schnell und effizient wie möglich zu verbreiten bzw. zu skalieren. Beispielhaft dafür sind facebook, Google, Amazon, Alibaba und Tencent[2]. Deren Erfolg beruht im großen Umfang auf der Verarbeitung und Verwertung der Daten, die auf ihren Plattformen von den Nutzern und Geräten erzeugt werden. Je mehr Daten für Auswertungen zur Verfügung stehen, um so besser können die Services, Produkte und Preise an die Bedürfnisse der Kunden angepasst und Marktveränderungen frühzeitig antizipiert werden. Heute kommen die Nutzer, wenn sie sich im Netz bewegen, kaum noch an den sozialen Netzwerken, Geräten und Betriebssystemen von Google, Apple, Microsoft, Samsung und facebook vorbei. Damit beherrschen die Technologiekonzerne (“Big Tech”) die Kundenschnittstelle, was neben der Medienindustrie und den Banken mittlerweile auch die Automobilindustrie deutlich zu spüren bekommt. Die Unternehmen sind dabei, den direkten Kontakt zu ihren Kunden und damit weite Teile des eigenen Geschäfts zu verlieren; die Plattformen ziehen fast die gesamte Aufmerksamkeit der Kunden auf sich. Der nächste große Markt ist das Internet der Dinge und das B2B-Geschäft (Industrial Consumerism).

Ein Blick auf die Marktkapitalisierung der weltweit größten Plattformen zeigt, wie tief der Graben ist, der Europa von den USA und China trennt.

Quelle: UNCTAD

Quelle: UNCTAD

Europas Antwort

Es ist nicht so, als würden sich die europäischen Staaten und die EU dieser Tatsache nicht bewusst sein. Mit dem Digitalen Binnenmarkt, der vor wenigen Tagen veröffentlichen EU-Datenstrategie und dem Europäischen Konzept zur Künstlichen Intelligenz soll verhindert werden, dass sich im B2B-Bereich wiederholt, was im B2C-Geschäft bereits eingetreten ist. Hinzu kommen zahlreiche Projekte auf nationaler und europäischer Ebene, wobei der Überblick schnell verloren gehen kann. Das bekannteste dürfte wohl GAIA-X sein. Damit soll eine Alternative zu den Cloud-Lösungen von Amazon, Google und Microsoft geschaffen werden, die den Weltmarkt dominieren [2]Die Top 5 Cloud-Anbieter

An GAIA-X scheiden sich indessen die Geister. In Plattformökonomie – zwischen Abwehr und Wunschdenken kommt die Stiftung Marktwirtschaft zu einer ernüchternden Einschätzung:

An der staatlichen Fähigkeit, zukunftsträchtige Technologien und Projekte zu identifizieren und wirkungsvoll zu fördern, sind mithin große Zweifel angebracht. Dies gilt auch für die derzeit kolportierten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, mit Gaia-X eine europäische Cloud-Infrastruktur zu schaffen. … Fraglich aber ist, wie groß die unternehmerische Nachfrage nach europäischen Alternativangeboten tatsächlich wäre und ob staatliche Beteiligung beim Aufbau dieser wirklich hilfreich und beschleunigend sein könnte – nicht zuletzt angesichts der Langwierigkeit politischer Entscheidungs- und bürokratischer Umsetzungsprozesse. Zwar wird beteuert, dass Gaia-X kein Konkurrenzangebot zu Amazon oder Google sein soll, allerdings ist insbesondere die organisatorische Ausgestaltung des Projekts noch vage. Wenn es nicht gelingt, im Vergleich zum jetzigen Angebot der etablierten Cloud-Anbieter in Qualität, Funktionalität oder Preis eine Verbesserung zu bewirken, besteht die Gefahr, dass Gaia-X dasselbe Schicksal ereilt, wie die französischen, staatlich geförderten Cloud-Konsortien Cloudwatt und Numergy aus dem Jahr 2012. Diese scheiterten letztlich daran, dass es nicht gelang, ausreichend Nutzer zu gewinnen.

Es ist zu befürchten, dass Europa zu spät dran ist. Die Wirtschaft nimmt die Sache daher an vielen Stellen selber in die Hand, wie Volkswagen mit der Industrial Cloud oder BMW mit der Open Manufacturing Platform. Aus dem Mittelstand kommen ähnliche Initiativen z.B. die German Edge Cloud. Die Landwirte wollen sich mit der “Bauern-Cloud” dem Einfluss von Google & Co. so weit wie möglich entziehen.

Im B2B-Bereich hat sich bislang noch kein Anbieter eine dominante Position erarbeiten können. Hier stehen die Chancen für europäische und deutsche Anbieter nicht schlecht [3]Ein Amazon für Geschäftskunden: Industriekonzerne bauen eigene Plattformen. Zwar sind auch Amazon und Alibaba im B2B-Geschäft aktiv; im komplexen Geschäft mit Industriegütern haben sie bislang noch kein Fuss gefasst. Hier fehlt ihnen (noch) die nötige Expertise bzw. das domänenspezifische Wissen.

Digital Mirrors

Dennoch: Wie der Economist in seinem aktuellen Special Report Data Economy schreibt, drohen Europa und Afrika zu Lieferanten von Rohdaten zu werden. Die weitere Bearbeitung, Analyse und Veredelung erfolgt dann auf den großen US-amerikanischen und asiatischen Plattformen. Eine wichtige Rolle werden die Digitalen Zwillinge von Menschen, Maschinen, Unternehmen und Fabriken übernehmen – sie repräsentieren die neuen Spiegelwelten:

Mirror worlds are not mere mathematical representations of real ones. They also give new meaning to the adage that knowledge is power. Increasingly, digital copies are taking on lives of their own and acting on the physical world. They can be used to optimise everything, from the acoustics of a headset to an entire national railway network. They will enable all sorts of artificial-intelligence algorithms to recognise objects and faces, understand speech an even distinguish smells. And they make possible new business models: why buy heavy equipment if its wear and tear can be measured in detail and it can thus be rented by the minute?

Allzu viel Zeit bleibt Europa nicht mehr. Momentan sieht es danach aus, als würden die großen Konzerne und einige Mittelständler die Sache selber in die Hand nehmen. Der Rest, d.h. die kleinen und mittleren Betriebe müssen darauf hoffen, dass staatliche Initiativen eine Alternative bieten. Die Erfahrung lehrt indes, dass dies in den meisten Fällen ein frommer Wunsch ist.

Zuerst erschienen auf Identity Economy

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Analysiert Chinas Aufstieg | Politikwissenschaftler Prof. Eberhard Sandschneider

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Mit Open Source Software zu mehr Sprunginnovationen?

Von Ralf Keuper

Deutschland fehlt es, so der Chef der Agentur für Sprunginnovationen, Rafael Laguna, an Innovationen mit dem Potenzial neue Branchen entstehen zu lassen, wie seinerzeit das Auto. Eine große Chance für die nächste Sprunginnovation aus Deutschland, so Laguna, der auch Chef der Open-Xchange AG ist, bietet Open Source Software. Eine vertrauenswürdige Datenökonomie sei nur mit offenen Systemen möglich – wie mit Open Source Software (Vgl. dazu: Expertengespräch. Im Zeichen der Datensouveränität).

Ist Open Source Software tatsächlich so entscheidend?

Jedenfalls legen einige Beiträge, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden, diese Vermutung nahe:

Allerdings, so Adrian Bridgewater in The Impact Of The Tech Giants On Open Source hätten die großen Technologiekonzerne wie IBM, Microsoft und Google auch hier eine dominante Rolle übernommen. Microsoft übernahm Github, IBM verleibte sich Red Hat ein. Die Öffnung von Google & Co. der OS-Community gegenüber kommt auch daher, dass die Unternehmen so den Kontakt zu einer großen Zahl fähiger Softwareentwickler herstellen und diese an sich binden wollen. Das Engagement von BigTech im Open Source sehen Insider nicht nur kritisch. Von den Projekten Bootstrap (twitter) und Presto (facebook) hätte die ganze Community profitiert. Gleiches gelte für Kubernetes von Google.

Indes, nicht alle teilen die Begeisterung für Open Source Software. Die Stadt München, die vor Jahren spektakulär von MS auf Linux wechselte, will nun wieder MS einsetzen (Vgl. dazu: LiMux: München gibt Open-Source-Projekt auf). Die Gründe sind vielfältiger Art, jedoch ist Linux in Sachen Benutzerfreundlichkeit nicht jedermanns Sache. Auch mit der viel gelobten demokratischen Praxis bei Linux sei es nicht so weit her (Vgl. dazu: Woran ist Limux in München gescheitert?). Überdies werden die Kosten für Wartung und Weiterentwicklung sowie für die Einführung von OS-Applikationen deutlich unterschätzt. Der ehemalige Münchener OB Chrisitan Ude, hält die Entscheidung, von Linux auf MS zu wechseln, dagegen für falsch (Vgl. dazu: “Es gab bei Limux keine unlösbaren Probleme”). Abzuwarten bleibt, ob CERN mit seiner Entscheidung, von MS auf OS zu wechseln, glücklich wird.

Dass es durchaus unterschiedliche Ansichten über die Vorzüge von OSS gibt und warum die Vertreter der Freien Software sich davon distanzieren, schildert Richard Stallman in dem Beitrag Warum „Open Source“ das Ziel Freie Software verfehlt. Zweifel an an der Zuverlässigkeit von OSS wurden u.a. im Rahmen des Heartbeat-Bugs öffentlich. Probleme bereitet das Free-Rider – Phänomen (Vgl. dazu: The Internet Was Built on the Free Labor of Open Source Developers. Is That Sustainable?). Die eigentliche Profiteure sind alte Bekannte:

Google, Microsoft, Amazon, IBM, Facebook, TenCent, Baidu, Red Hat, and Intel employees are the most active open source contributors by a large margin. Each of these companies is for-profit and brings in tens of billions of dollars in revenue each year from products that are based on open source code … The question raised by independent developers, however, is not whether major tech companies are contributing to open source. Rather, it is whether these companies are contributing enough, and whether these contributions are going to the right projects.

Weitere Kritik übt der Beitrag 5 Reasons Why Open Source DAM Software is Bad (and why you deserve better).

Die OS-Community tendiert, wie eigentlich alle Gemeinschaften mit einer besonderen Mission, zu einer geschlossenen Weltsicht, wovon ich mich selber vor einiger Zeit überzeugen konnte (Vgl. dazu: Ein offener Standard für dezentrale digitale Identitäten: Bericht vom ID4me Summit). Die Blockchain-Technologie löste zu dem Zeitpunkt unter den meisten Anwesenden Kopfschütteln aus. Das bedeutet nicht, dass OSS einiges zum besseren Management Digitaler Identitäten beitragen kann. Mit Blick auf die Diskussion um Selbstverwaltete Digitale Identitäten besteht hier allerdings noch ein Graben, wenngleich die Blockchain in gewisser Weise selber in die Kategorie OSS fällt.

Kurzum: OSS ist gewiss ein wichtiges Element für die Entwicklung möglichst sicherer und souveräner IT-Systeme. Der größte Erfolg in dem Bereich aus Deutschland ist jedoch SAP – und das ist klassisch proprietär. Seitdem ist kein vergleichbares Softwareunternehmen hierzulande entstanden. Eine Verkürzung der Diskussion auf OSS bzw. auf die OSS-Philosophie wird dem Problem mangelnder Innovationen in Deutschland bei weitem nicht gerecht. OSS ist kein neues Phänomen. Im Gegenteil – es ist bereits in die Marktreife eingetreten, große Technologiekonzerne geben den Takt vor – das hat mit Souveränität nicht allzu viel zu tun. Wenn OSS tatsächlich so innovativ ist, dann müssten die ersten Sprunginnovationen Made In Germany schon längst das Licht der Welt erblickt haben.

Warum sollte es jetzt anders sein?

Zuerst erschienen auf Identity Economy

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Der Blockchain-Faktor. Wie die Blockchain unsere Gesellschaft verändern wird

Von Ralf Keuper

Das Potenzial der Blockchain-Technologie in all ihren Facetten darzustellen, ohne dabei den Boden der Realität zu verlassen, ist ein gewagtes Unterfangen, das, wie die Vergangenheit allzu oft gezeigt hat, selten gelingt. Wenn die Thematik allerdings von mehreren fachlich versierten Betrachtern unabhängig voneinander beleuchtet wird, dann steigt die Erfolgsaussicht. So auch in dem Buch Der Blockchain-Faktor. Wie die Blockchain unsere Gesellschaft verändern wird, herausgegeben von Philipp Sandner, Andranik Tumasjan und Isabell Welpe.

Zuallererst stellt sich die grundsätzliche Frage, ob eine Technologie alleine ausreicht, um die Gesellschaft zu verändern. Die Geschichte liefert zahlreiche Beispiele für Erfindungen, die ihrer Zeit zu weit voraus waren. Am besten stehen die Chancen dann, wenn eine Technologie eine Antwort auf gesellschaftliche Umbrüche ist. Was das betrifft, so Horst Treiblmaier in seinem Beitrag Die Auswirkungen der Blockchain auf Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeitswelt, bringt die Blockchain-Technologie alle wesentliche Erfolgsmerkmale mit sich, da sie das Internet um einen wesentlichen Faktor ergänzt – vom Transfer von Daten (Internet of Information) hin zum Transfer von Werten (Internet of Value). Anders als Informationen dürfen Werte nicht kopierbar und beliebig reproduzierbar sein. Ein Weg, die Nicht-Reproduzierbarkeit der Werte auf der Blockchain zu sichern, besteht in sog. Tokens. Nur wenn die Rechtssicherheit bei der Übertragung von Werten auf der Blockchain gegeben ist, ergibt das Internet der Werte einen Sinn. Die Übertragung der analogen in die digitale Welt kann nach Ansicht von Thomas Dünser in Das liechtensteinische Blockchain-Gesetz: Rechtliche Grundlagen für die Token-Ökonomie nur über die Rechte gelingen. Folglich muss es möglich sein, das Eigentum an einem Auto unter Verwendung eines Tokens übergehen zu lassen, der dieses Recht repräsentiert.

Maschinenökonomie

Wenn Tokens dafür sorgen, dass Rechte an materiellen und immateriellen Vermögenswerten verifiziert werden können, dann lässt sich dieses Prinzip auf nahezu alle Bereiche der Wirtschaft anwenden. Am vielversprechendsten ist die sog. Maschinenökonomie. Maschinen, deren Rechte und Identitäten eindeutig belegbar sind, sind in der Lage, selbständig Aufträge auszuführen und zu initiieren. So kann eine Maschine ein andere für deren Leistung bezahlen (M2M-Payments). Sebastian Gajek und Kerstin Eichmann bringen in Daten sind das neue Gold – Wenn IoT auf Blockchain trifft dazu einige Beispiele. Die derzeitigen Zahlungssysteme sind für die Ausführung von Mircopayments im Cent-Bereich nicht geeignet. Die nötige offene Payment-Infrastruktur könnte aus einer Zusammenarbeit von Großunternehmen und Fintech-Startups entstehen. Maschinen könnten ein eigenes Bankkonto bzw. eine eigene Wallet bekommen. Die Kreditwürdigkeit der Maschine würde u.a. anhand der Bilanz bewertet. Jedes Gerät erhält eine eindeutige Identität. Smart Contracts übernehmen die Transaktionsabwicklung.

Dezentralisierung des Finanzsektors

Die Banken setzen bei der Zahlungsabwicklung Standards ein, die, wie SWIFT und SEPA, den Anforderungen an Überweisungen in Echtzeit nicht gerecht werden. Überdies handelt es sich um proprietäre Standards, die von Banken für andere Banken entwickelt wurden, so Peter Grosskopf in Wie Blockchain und Zentralisierung den Finanzsektor verändern werden. Durch den Einsatz von Blockchain-Wallets könnten Echtzeitzahlungen über Ländergrenzen und Kontinente hinweg Realität werden. Schon heute können Protokolle wie Ripple bis zu 1.500 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Auch in einer dezentralen Welt bleibt der Bedarf an Verwahrungsstellen digitaler Werte bestehen. Dezentralsierung bedeutet nicht P2P; sie ist durchaus mit der Entstehung von Hubs vereinbar. Banken könnten solche Hubs sein, z.B. für die Bereitstellung von Hardware Wallets und Security Devices.

Kryptowährungen

Der Hype um Bitcoin hat sich zwar nicht ganz erledigt, jedoch nähern sich die Erwartungen zunehmend den Erfahrungen der Finanzwelt an, so der Tenor des Beitrags Quo Vadis, Bitcoin? – Kryptowährungen auf Sinnsuche von Felix Holtermann. Das derzeit wahrscheinlichste Szenario sei, dass Bitcoin die Rolle einer Reservefunktion, eines sicheren Hafens für das Finanzsystem übernimmt. Denkbar sei, dass Bitcoin eine ähnliche Funktion ausübt wie seinerzeit das Kaurigeld, das aus den Gehäusen der Kaurischnecken hergestellt wurde. Kaurigeld war leicht zu transportieren und zu horten, die Zahl der Schneckenhäuser war begrenzt; sie konnten auch nicht nachgemacht bzw. gefälscht werden. Zwar wird der Run auf Bitcoin mit der Zeit nachlassen; verschwinden werde Bitcoin jedoch nicht; zumindest nicht so schnell.

Staatliche Digitale Währungen

Momentan wird in Finanzkreisen intensiv darüber diskutiert und spekuliert, ob ein Digitaler Euro schon bald das Licht der Welt erblicken könnte. In Euro on distributed ledgers – Gibt es bald staatliche Währungen auf der Blockchain? spielt Manuel Klein dieses Szenario durch. Eine Central Bank Digital Currency (CDBC) wäre eine Alternative zum Giralgeld der Banken. Liquiditäts- und Gläubigerrisiken wären damit ausgeschlossen. Dennoch bleiben einige Herausforderungen bzw. offene Fragen: Sollen CDBCs zinstragend sein oder einer Art zinslosem Bargeld entsprechen? Soll es Token-/Value-based und von Person zu Person übertragbar sein oder von Bankkonto zu Bankkonto transferiert werden können? Soll es sich dabei um eine 100%ige Deckung handeln, wie beim Vollgeld?

Rechtssystem

Unser derzeitiges Rechtssystem ist noch nicht auf das Internet der Werte vorbereitet. Allerdings, so Richard Brunner in Wie Blockchain unser Rechtssystem verändern wird, bedeutet das nicht, dass es unmöglich ist, die beiden Seiten sinnvoll aufeinander abzustimmen. Zwar erfüllt die Erzeugung privater Schlüssel für Blockchain-Transaktionen nicht die Voraussetzungen für die Bereitstellung digitaler Signaturen, da für ihre Erstellung keine zertifizierte Software verwendet werden muss; jedoch sei es sehr wahrscheinlich, dass die Blockchain die strengen Anforderungen erfüllen wird. Als erste dürften die Gerichte und Patentämter die Blockchain in mehreren Schritten als geeignete Methode zur Sicherung von Beweismitteln und digitalen Signaturen einsetzen. Im nächsten Schritt können dann die Geschäftsabläufe in der Wirtschaft darüber abgewickelt werden. Bis es so weit ist, wird noch einige Zeit vergehen.

Schlussbetrachtung

Das Buch wird der komplexen Thematik – nach heutigem Stand – auf ganzer Strecke gerecht. Weder wird das Potenzial der Blockchain in Superlative gekleidet, noch wird sie als vorübergehender Hype abgetan. Es zeigt sich, dass noch an vielen Stellen gearbeitet werden muss, damit die Blockchain das Internet der Werte erschaffen und dann Gesellschaft und Wirtschaft verändern kann. Sofern in Zukunft die Wirtschaft und Gesellschaft dezentraler organisiert werden, da die Komplexität ansonsten nicht mehr zu bewältigen ist, wird fast schon zwangsläufig der Bedarf für eine entsprechende unterstützende Technologie entstehen. Bis dahin müssen die verschiedenen gesellschaftliche Teilsysteme einen Anpasssungsprozess durchlaufen, bei dem die wichtigsten Tauschmittel – Geld und Vertrauen – eine Schlüselfunktion und Vorreiterrolle übernehmen werden.

Kurzum, das Buch ist all jenen zu empfehlen, die sich einen möglichst unverstellten Blick auf die Thematik verschaffen und eigene Überlegungen daran anschließen wollen.

Zuerst erschienen auf Bankstil

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A Day in the Life of a Software Engineer in London

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Endspiel für die deutsche Automobilindustrie

Von Ralf Keuper

Die Lage muss schon ernst sein, wenn der VW-Chef sich zu einer “Brandrede” veranlasst sieht und darin fordert, das Unternehmen müsse sich möglichst rasch in einen Digitalkonzern verwandeln, wenn es die Zukunft noch erleben will (Vgl. dazu: Die Brandrede von VW-Chef Herbert Diess im Wortlaut “Volkswagen steht mitten im Sturm”). Und wenn dann noch der Personalchef von Daimler dem Land Baden-Württemberg den Rat gibt, nicht mehr so wie in der Vergangenheit auf die Automobilbranche zu setzen und selbst Bob Lutz seine Bedenken gegen Tesla aufgibt und im Autonomen Fahren den Untergang für die Automobilindustrie erkennt, dann brennt die Erde wohl wirklich.

Bei Opel, dem einstmals größten deutschen Autobauer und Pionier der Massenproduktion hierzulande, ist der Absatz um 35 Prozent eingebrochen. Derweil betont der Aufsichtsratschef von Daimler trotzig, dass man bei Daimler eher E-Autos produziert habe als Tesla. Um so schlimmer, denn erst Tesla bzw. Elon Musk hat das E-Auto massentauglich gemacht. Sein Mut wird belohnt. Die deutsche Automobilindustrie war sich ihrer Schlüsselstellung für die Wirtschaft über Jahrzehnte bewusst. In dieser Haltung wurde sie von Politik und Medien bestärkt. Der Diesel-Skandal war in seiner Dimension nicht mehr von der Deutschland AG zu managen. Statt sich neuen Antriebstechniken zuzuwenden und die Prototyp-Phase hinter sich zu lassen, beschränkte sich die Automobilindustrie auf die Optimierung des Bestehenden. Die Autos wurden immer größer, die PS-Zahl stieg bzw. steigt. Aktueller Ausdruck dieser Strategie ist der SUV. Die Freude am Fahren war und ist das oberste Ziel. Dass Autos demnächst nur noch als Fortbewegungsmittel von Punkt A nach B fungieren und die Insassen sich lieber mit anderen Dingen beschäftigen, als mit dem Fahrvorgang, ist für viele Automobilingenieure in Deutschland wohl noch immer ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke.

Die deutsche Automobilindustrie hat ihr Schicksal von dem Verbrennungsmotor abhängig gemacht. Schließlich handelt es sich um eine deutsche Erfindung, auf die man zu Recht stolz sein kann und darf. Jedoch hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Wachablösung des Verbrennungsmotors durch den Mikrochip vollzogen, deren Auswirkungen erst jetzt so richtig in der Automobilindustrie ankommen. Das Auto ist letztlich ein mobiles Kommunikationsgerät, das so viel Daten wie kaum ein anderes Gerät produziert. Diese Daten wiederum sind es, welche Google & Co. dazu treiben, ihre Aktivitäten auf den Automobil- bzw. den Mobilitätssektor auszudehnen. Wer Zugang zu den Daten hat, die im Auto produziert werden, kann diese wiederum dazu verwenden, bestehende Services und Produkte zu verbessern und neue zu entwicklen. Die großen Technologiekonzerne verfügen dabei über einen strategischen Vorteil, den die Automobilkonzerne wohl nicht mehr aufholen können. Die Technologiekonzerne sind mit ihren Smartphones, ihren Betriebssystemen und Sprachassistenten aus dem digitalen Alltag der Menschen und Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Ihr Ansatz ist branchenübergreifend; egal ob Unterhaltung, Banking/Payments, IoT oder Automobil. Letztlich geht es um die darüber liegende Daten- und Informationsschicht.

Hermann Haken unterscheidet in seinem Konzept der Synergetik zwischen langlebigen und kurzlebigen Ordnern/Größen, welche den Ordnungs- bzw. Gesamtzusammenhang eines informationsverarbeitenden System beeinflussen. Die langlebigen sind es, welche den Gesamtzusammenhang eines Systems bestimmen und die kurzlebigen versklaven. Die langlebigen Ordner/Größen verfügen über die für die Steuerung eines komplexen Systems relevanten Informationen.

Stand heute reicht die digitale Souveränität der deutschen Automobilhersteller bei weitem nicht aus, um dem Sog von Apple, Google, Amazon, Alibaba & Co. zu entgehen. Da helfen, so wie schon bei Kohle und Stahl, auch keine Subventionen mehr. Der Versuch, mit Biegen und Brechen ein Autoland bleiben zu wollen, ist ein Kampf gegen Windmühlen. Die Optimierung des Bestehenden, die Konzentration auf die Anwendung reicht angesichts des Strukturwandels nicht mehr, da dessen Auswirkungen und Ursachen branchenübergreifend sind und sich daher nicht mehr von einer Branche mit Unterstützung der Politik in die gewünschten Bahnen lenken lässt. Es sind schlicht zu viele Umweltfaktoren, welche gleichzeitig die Automobilbranche unter Druck setzen. Der Wandel in ein Technologieunternehmen alleine wird nicht reichen. Die deutsche Automobilindustrie verdankt ihren Aufstieg genialen Ingenieuren und Unternehmern wie Daimler, Benz, Borgward, Porsche, Opel und anderen. In den USA und Asien sind ebenfalls Unternehmer, wie Elon Musk und Jeff Bezos, die Treiber. Persönlichkeiten dieses Formats sucht man in den Aktiengesellschaften hierzulande vergebens. Bislang ging es ohne. Künftig jedoch nicht mehr.

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“Die Netflix-Revolution. Wie Streaming unser Leben verändert” von Oliver Schütte

Von Ralf Keuper

Immer mehr Zuschauer nutzen das Filmangebot von Netflix, Amazon und weiterer Streaming-Plattformen. Das alte klassische, lineare Fernsehen befindet sich dagegen auf dem Rückzug (Vgl. dazu: Das lineare Fernsehen ist in zehn Jahren tot – glauben viele junge Erwachsene & Das Endspiel des linearen Fernsehens hat begonnen & Studie: Streaming wird drastische Folgen für TV-Sender haben). Dieser tiefgreifende Wandel der Medienlandschaft begann spätestens mit dem Kauf von YouTube durch Google. Der Pionier der Branche ist jedoch Reed Hastings, Gründer von Netflix. Kein anderes Unternehmen hat die Seh- und Kaufgewohnheiten der Zuschauer in den letzten Jahren so beeinflusst wie das Unternehmen aus dem kalifornischen Los Altos. Netflix ist damit der prominenteste Treiber der Streaming-Revolution, wie Oliver Schütte in Die Netflix-Revolution. Wie Streaming unser Leben verändert darlegt.

Mittlerweile drängen auch andere Konzerne in den lukrativen Markt, wie Disney mit Disney+, Apple mit Apple TV+ und Warner mit HBO Max. Disney und Warner haben den Vorteil, dass sie auf einem großen Filmbestand zurückgreifen können. Netflix bekommt den Einstieg der neuen Akteure durch den Auslauf der Lizenzvereinbarungen für Filme von Warner und Disney zu spüren. Mit seinen Eigenproduktionen kann Netflix die Lücke zumindest in Teilen schließen. Europäische Anbieter wie Bertelsmann/RTL, die sich überwiegend dem linearen Fernsehen verbunden fühlen, hinken der Entwicklung weit hinterher. RTL plant den Aufbau eigener Streamingplattformen, wie mit TV Now (Vgl. dazu: Mehr Exklusiv-Inhalte: So will RTL seine Streaming-Plattform ausbauen). Dennoch geht Schütte davon aus, dass RTL versuchen wird, die Serien und Produktionen seiner linearen Sender (RTL, RTL II und Vox) auf der Plattform zu verwerten. Da die Kosten für einigermaßen hochwertige exklusive Eigenproduktionen auf TV Now zu hoch sind, werde RTL diese zunächst auf dem eigenen Pay-TV-Sender RTL Crime und später im frei zugänglichen RTL-Programm verwerten (Vgl. dazu: RTL will sein Streamingangebot weiter ausbauen). Der Aufbau einer gemeinsamen europäischen Streamingplattform durch die öffentlich-rechtlichen Sender soll nach den Vorstellungen des ZDF und der ARD ein Gegengewicht zu YouTube schaffen. Dabei wird gerne auf das Beispiel des Airbus verwiesen. Demgegenüber gibt Schütte zu bedenken:

Wer um die schwierigen Entscheidungswege in einem solch komplizierten Konstrukt weiß, wird ahnen, dass es mindestens zehn Jahre dauern wird, bevor die Vision Realität wird – wenn es überhaupt zu einer Gründung kommen sollte. Ein sehr langer Zeitraum in einer Branche, die sich gerade im eigenen gewaltigen Umbruch befindet und in der innerhalb eines Jahres drei große amerikanische Akteure den Markt betreten.

Der Erfolg von Netflix & Co. verdankt sich nicht nur technologischen Faktoren, sondern hat seine Ursache auch in modernen Produktions- und Managementmethoden. Beispielhaft dafür ist die Rolle des Showrunners, die ursprünglich von NBC eingeführt und von HBO verfeinert wurde. Der Showrunner trägt die Verantwortung für eine ganze Serie. Die Stoffe werden dabei in einem Writer’s Room von mehreren Autoren unter Anleitung des Showrunners entwickelt. Der Showrunner selber verfasst häufig nur zwei oder drei Episoden. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit besteht darin, den Stil der Serie festzulegen und zu überwachen. Die Regisseure haben sich daran zu halten. Bekanntes Beispiel eines Showrunners ist David Weiner, Erfinder und Showrunner von Mad Men. Zwar arbeiten auch die deutschen Sender inzwischen mit der Rolle des Showrunners, wobei dessen Autonomie jedoch umgangen wird:

In Deutschland ist es allerdings unmöglich, dass nicht die Regisseure und Redakteure der Sender den Hut aufhaben. Die Strukturen haben sich in den letzten Jahren so verfestigt, dass eine Änderung nur sehr schwer durchzusetzen ist. Darum wird die neue Arbeitsweise in Wirklichkeit bei uns nur halbherzig durchgesetzt.

Schütte ist der Ansicht, dass das Streaming die Individualisierung verstärken werde. Das Gemeinschaftserlebnis, wie sie das lineare Fernsehen in seinen Hochzeiten noch zu vermitteln verstand, wird zur Ausnahme. Davon betroffen sind vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender.

Obwohl wir in Zukunft in einem globalen Filmdorf leben werden, bedeutet das nicht, dass alle Zuschauer dieselben Vorlieben teilen. Es werden, so Schütte, sog. “Taste Communities” entstehen, d.h. weltumspannende Gemeinschaften, die sich durch ihren Geschmack definieren. Kurzum:

Mit den Streamingplattformen werden wir alle in unterschiedlichen globalen Dörfern leben, die vor allem vom Algorithmus der Streamingdienste bestimmt werden.

Der Einsatz von KI und Big Data führt nach Ansicht von Schütte dazu, dass wir unsere Wahlfreiheit einbüßen – so wie im alten linearen Fernsehen, wo die Sendeanstalten darüber bestimmten, was wir wann zu sehen bekommen. Bei allen Vorteilen, die Streamingplattformen uns bieten, sollten wir uns nicht in die passive Rolle drängen lassen, so Schütte. Wir müssten die Kontrolle behalten.

Wie das genau geschehen soll, sagt Schütte nicht. Trotz dieses Mankos ist das Buch sehr zu empfehlen.

Weitere Informationen:

Wie Streaming in den 2010er Jahren alles veränderte

The Truth Behind Netflix’s Incredible Success

Zuerst erschienen auf Medienstil

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German and Israeli Innovation – The Best of Two Worlds

.. Medium-sized Mittelstand firms, and the hidden champions in particular, are strongly exposed to global markets in which rapid innovation is an increasingly indispensable factor for survival. However, studies have shown that innovative activity has been on the decline in the Mittelstand for a number of years. Several technologies (e.g., the internet of things (IoT), artificial intelligence (AI) and machine learning, and Industry 4.0) and, indeed, the broader field of digitalization are all becoming vital parts of doing business. However, the potential for collaboration is still mostly untapped. A window of opportunity therefore presents itself to combine the best of two worlds by connecting the German Mittelstand and the Israeli startup ecosystem.

Israel’s startup ecosystem is among the world’s most developed. With supportive government initiatives stretching back to the early 1990s, the world’s highest research and development (R&D) spending level relative to the gross domestic product (GDP), and increasing private venture capital funding, it has long since cemented its status as a global innovation hub. Today, many of the scene’s 6,000-plus startups are maturing, seeking markets beyond the country’s borders and partners that can boost their international profile. Israel is transforming itself from a startup nation to a scale-up nation, looking abroad for specific collaboration projects for the technologies and products it has developed. Moreover, many of the country’s agile high-tech startups offer technologies or services in areas that fill gaps in Mittelstand companies’ own innovation profiles, such as cybersecurity, machine learning and big data. …

Quelle / Link: German and Israeli Innovation – The Best of Two Worlds

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