Technologiekonzerne bringen die Blockchain unter ihre Kontrolle

Von Ralf Keuper

Die Anzeichen verdichten sich, dass die Blockchain ein ähnliches Schicksal teilen wird, wie zuvor das Internet bzw., dass sich das Digitale Debakel mit der Blockchain wiederholen könnte.

Ursprünglich sollte die Blockchain-Technologie (Web 3.o) dazu dienen, den Informationsaustausch zu dezentralisieren, d.h. keine zentrale Instanz (Staat, Unternehmen, Banken) soll den Fluss der Daten kontrollieren können. Machtkonzentrationen, wie im Web 2.0 mit Google, Amazon, Apple, Alibaba und facebook, sollten der Vergangenheit angehören. Neben verschiedenen Staaten und Zentralbanken haben Technologiekonzerne wie Amazon, Samsung, SAP, Alibaba, Google und Tencent die Blockchain für sich entdeckt. Samsung hat bereits, wie seinerzeit SAP im ERP-Bereich, für jede Branche eigene Blockchain-Lösungen entwickelt. Microsoft bietet seine Azure Blockchain an, auf der Unternehmen eigene Applikationen entwickeln können. Daneben arbeitet Microsoft, ebenso wie Samsung, an Blockchain-basierten Lösungen für digitale Identitäten. Alibaba-Chef Jack Ma hält Bitcoin für eine Blase, die Blockchain dagegen nicht. Auch sonst ist Alibaba seit einiger Zeit eifrig dabei, das Potenzial der Blockchain auszuloten (Vgl. dazu: Chinese E-Commerce Giant Alibaba Explores Blockchain-based Cloud Service Platform). Ähnlich verhält es sich mit Google, Tencent und sogar facebook.

Der chinesische Suchmaschinenkonzern Baidu sorgte vor einigen Tagen mit der Meldung für Aufsehen, wonach das Unternehmen an einer Superchain arbeite, die deutlich höhere Transaktionsraten und einem wesentlich geringeren Energieverbrauch als derzeit bei den meisten öffentlichen Blockchains noch üblich, ermöglicht.

Auch SAP möchte in Zukunft eigene Blockchain-Anwendungen an den Mann bringen. Gleiches gilt für Oracle.

Einige Banken philosophieren derzeit darüber, die Blockchain zu dem globalen Standard im Banking zu machen.

Das Ziel von Samsung, Microsoft, Amazon, Alibaba & Co. ist klar: Das Internet der Dinge (Smart Home, Connected Car, Industrie 4.0/Smart Factory). So unterschiedlich die Motivationen und Strategien sein mögen, so zeichnet sich doch ab, dass die Machtkonstellationen, wie wir sie aus dem Web 1.0 und Web 2.0 kennen, auch auf die nächste Generation übertragen wird. Was noch passieren könnte ist, dass einige Unternehmen gemeinsame Lösungen entwickeln, um nicht auch noch bei den Maschinendaten und den digitalen Identitäten der Maschinen in die Abhängigkeit von Google & Co. zu geraten. Sollte letzterer Fall eintreten, dann sieht es eher schlecht um die Zukunft der Industrie in Europa aus.

In Cognitive Hyperconnected Digital Transformation. Internet of Things Intelligence Evolution heisst es:

It may be worth making a distinction between IoT for consumers and Industrial IoT with the first covering smart phones, fitness tracking tools etc. and the second being exploited in areas such as smart factories, smart health care etc. However, the borderline between consumer and industry is blurred as machine data allow to extract personal information. Fast advances are being made in the consumer world and a question is how this can drive innovation in the industrial space.

The industrial IoT domain summarizes everything what is outside the classical consumer domain with a strong emphasis on B2B business. In general, there is a convergence of consumer and industrial internet. We see signs of “consumerization”, for instance, in the home market through the appearance of voice control appliances like Amazon’s Alexa or Apples Homepad. Also, it is typically the case in the automotive industry in which consumer and industrial platforms are merging the concept of connected and automated driving.

Weitere Informationen:

Alibaba’s Cryptic Relationship With Bitcoin and Blockchain

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