“Kraft für die Welt. 1864-1964 Klöckner-Humboldt-Deutz AG” von Gustav Goldbeck

Von Ralf Keuper 

Aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Klöcker-Humboldt-Deutz AG erschien das Buch Kraft für die Welt. Ein aus Sicht der Wirtschafts- und Technikgeschichte ungemein wichtiges Buch, ist Deutz doch die erste Motorenfabrik der Welt, in der neben dem Erfinder des Verbrennungsmotors, Nicolaus August Otto auch Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach einige Jahre tätig waren. Eine weitere, nicht zu unterschätzende Rolle als weitsichtiger Unternehmer und Investor, aber auch Erfinder, spielte Eugen Langen.

Auszüge:

Otto erkannte, dass das Wesen des Motors in der Beherrschung der Verbrennung liegt, und damit war das Kernproblem des Verbrennungsmotors angesprochen. Während alle vorangegangenen Motorenversuche keine weiteren Entwicklungen nach sich gezogen haben, liegt die Bedeutung des Otto-Patents darin, dass es ein allgemeines Verfahren, nicht aber eine einmalige Konstruktion beschreibt. Die dargestellte Maschine war ein leicht abzuänderndes Beispiel. Rechtlich lag hierin die Schwäche des Patentes, wegen der es später fast völlig entwertet worden ist. Doch die Bedeutung einer Erfindung in der Wirtschafts- und Technikgeschichte liegt nicht in dem Wert eines Patentes.

Von hier aus begann der Siegeszug des Motors, alle weiteren Entwicklungen beruhen auf Ottos Arbeit, keiner der frühen Versuche ragt in die Zeit der Motorisierung hinein. Daimler, Maybach haben den Ottomotor zum schnellaufenden Kraftwagenmotor weiterentwickelt. Ein Ottomotor war es, der 1903 den Gebrüdern Wright den ersten Motorflug gelingen ließ. Rudolf Diesel erdachte und konstruierte den Motor mit Selbstzündung des eingespritzten schwerflüchtigen Kraftstoffes. Auch sein Motor ist ohne Otto undenkbar. Der Dieselmotor ersetzte auf Schiffen den Dampfantrieb und gab der Industrie eine Kraftmaschine höchster Wirtschaftlichkeit. …

Die Ausbreitung des Motors und damit der Aufbau der Motorenindustrie beruhte einerseits auf der technischen Reife des Motors, andererseits auf seiner besonderen Eignung für bestimmte Zweige der Industrie und des Verkehrs. Es war kein Ersatz der Dampfmaschine, sondern eine Kraftmaschine eigener Art, die der Mechanisierung neue Gebiete erschloss.

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