Die wirklichen Einflussfaktoren für den Erfolg von Organisationen

Von Ralf Keuper

In seinem aktuellen Beitrag setzt sich Jay Deragon mit dem Thema der Performance-Messung auseinander, und zwar auf Ebene der Organisation. Ihr gegenüber steht die an Finanzkennzahlen angelehnte Sicht, wie sie noch immer die Debatten und das Tagesgeschäft beherrscht. Diese Interpretation hält Deragon für nicht mehr zeitgemäß, da die eigentlichen Erlösquellen weitgehend immaterieller Natur sind, wie das Beziehungskapital, das strategische Kapital, das Humankapital und das Strukturkapital. Damit gemeint sind im einzelnen die Fähigkeiten des Unternehmen, aus dem Aufbau und der Pflege der richtigen Beziehungen im Enddefekt auch Kapital zu schlagen, die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen, über ein Personal mit den erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnissen zu verfügen und eine Organisationsstruktur-/kultur aufweisen zu können, die sich an neue Umweltfaktoren und Richtungsänderungen schnell anpassen kann. Diese Fähigkeiten entziehen sich der Bewertung durch Finanzkennzahlen, zumindest in der Weise, dass man annimmt,  sie wie “gewöhnliches” Kapital managen und den höchstmöglichen Profit daraus erzielen zu können. In Zeiten, in denen sich die Quellen der Wertschöpfung weitgehend außerhalb der Unternehmensgrenzen befinden, und Wert durch, wie Kihlstedt und Johnson u.a. in ihrem Buch Performance Based Reporting  schreiben, durch “Minds in interaction” entsteht, der falsche Weg. Solange die immateriellen Vermögenswerte gepflegt und ihr Potenzial voll entfalten können, werden auch die Finanzkennzahlen ein gutes Bild abliefern, womit nicht zwangsläufig maximaler Profit gemeint ist. Denn, so füge ich jetzt mal hinzu, wie Peter F. Drucker, Fredmund Malik und Kihlstedt und Johnsson betonen, ist es in erster Linie wichtig, genügend Gewinn zu machen, um weiter im Spiel bleiben zu können bzw. die Handlungsfreiheit / Freedom to act zu sichern. 

Weitere Informationen:

Modeling organizational performance

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